Über NA (JA) GENAU

NA (JA) GENAU - die intelligente humorvolle TV - Sendung ist seit 2014 auf OKTO on air.
Von Beginn an sind Kameramann Kurt Van der Vloedt und Marcell Vala (Moderation) dabei. Antonia Bögner ist seit einigen Jahren fixer Bestandteil von NA (JA) GENAU.


Als Moderator*innen und Reporter*innen waren / sind Volkan Aslan, Holly Hurtig, Mattias Freyenschlag, Stefan Jaindl, Bernhard Nagler, Flora Rabinger, Stephan Pflanzl, Toni Tatzber, Natascha Toman, David Tritscher u.a. bei NA (JA) GENAU tätig.

 

Die TV - Sendung berichtet über verschiedene gesellschaftliche Ereignisse und Arbeiten zum Lebensbereich Inklusion. Vom Diversityball in Wien über die Arbeit der Agentur Sonnenklar, der Arbeit von künstlerischen Tageswerkstätten u.a. bis zu Unterstützte Kommunikation / lifetool Wien. Auch Bollywoodtanz, Theaterproduktionen oder Gespräche mit interessanten Menschen wie z.B. Autorin Doris Knecht, Pfarrerin Helene Lechner, Kabarettist Hosea Ratschiller oder Boxweltmeisterin Nicole Wesner sind wesentliche Teile der TV - Sendereihe NA (JA) GENAU.

Mitwirkende

Kurt Van der Vloedt

Kameramann

Marcell Vala

Moderation seit 2014

Antonia Bögner

regelmäßige Moderation

Flora Rabinger

regelmäßige Moderation

Ernst Tradinik

Gestaltung & Leitung

GALERIE

Stills aus der Sendung

Die ganze Geschichte

NA (JA) GENAU startete seine Arbeit im Jahr 2013 / 2014. Die erste Sendung ging im September 2014, ein Gespräch mit Franz Josef Huainigg (ehem. Behindertensprecher, Autor, ORF – Generaldirektion Barrierefreiheit u.a.), auf OKTO on air.

Stefan Jaindl führte dieses 1. Gespräch von NA (JA) GENAU:

Seitdem werden jährlich 10 - Sendungen mit je ca. 27min. gemacht. Folgende Fragen beschäftigten mich am Beginn:

 

Funktioniert dies, Menschen mit (Lern-) Behinderung als Moderator*innen, Reporter*innen und Journalist*innen agieren und arbeiten zu lassen? Wie funktioniert die Lehre? Wie würde so eine Sendereihe ankommen? Wird beim Zusehen z.B. ausschließlich die Behinderung gesehen? Ist die/der Rezipient*in irritiert oder ähnliches? Bzw. wann und ob kommt der Moment, in der dies schlicht Fernsehen ist, einfach nur Information oder Unterhaltung ist?  Wann kommt der Moment, in dem das Wort „Inklusion“ keine Rolle mehr spielt? 

 

Wie wird die Arbeit funktionieren? Wie funktioniert eine Vorbereitung, ein Dreh, wenn u.U. die Art der Kommunikation, die Aufmerksamkeit, das Sprechen, die Konzentrationsfähigkeiten anders funktionieren, als man es gemeinhin annimmt? Wie funktioniert die Arbeit, wenn u.U. eine kognitive Beeinträchtigung da ist? Wie klappt dies am Set, beim Dreh? Eine der größten Herausforderungen waren und sind ganz anderer Art: klappt das mit dem Fahrtendienst verlässlich? Wird ein Fahrtendienst finanziert und kommt dieser rechtzeitig oder überhaupt, um eine/n NA (JA) GENAU Reporter*in zum Drehort zu fahren?

 

Klar war von Beginn an, dass dies auch eine Forschungsreise sein wird. Die Arbeit an NA (JA) GENAU war und ist – neben der Praxis und den Medienprodukten, die daraus entstehen - immer auch ein Ausprobieren, ein gegenseitiges Lernen. Wir ließen uns Zeit und schauten, wer was gerne mag, welche Art der Interviewführung passend ist, wie der Kameramann mit der Situation umgehen kann, die für ihn neu war, Und wichtig war von Beginn an vor allem, auf die individuellen Persönlichkeiten gut zu achten, auf das individuelle Sprechen usw. Dies sollte und musste möglichst viel Raum bekommen.

 

Schon bald war klar, dass dies klappt und funktioniert. Eine TV-Sendung mit Moderator*innen und Reporter*innen mit (Lern-) Behinderung, Lernschwierigkeit, Trisomie21, psychischer Erkrankung u.a. so umzusetzen, dass dies schlicht einfaches unterhaltsames informatives Fernsehen ist, ist im Grunde sogar ganz einfach. Warum sollte dies auch anders sein? Außer dass einem die eigenen Bedenken im Wege stehen. Die ersten Bedenken, so sinne ich heute darüber nach, hat eher mit unserer /meiner gesellschaftlichen historischen Geschichte und dem jeweiligen individuellen persönlichen Kontext zu tun. In dem man die Berührung mit einer Gruppe der Gesellschaft, die man (noch) nicht gut oder zu wenig kennt, eher ablehnend oder ähnliches gegenübersteht.

NA (JA) GENAU trägt dazu bei, neben den beruflichen individuellen persönlichkeitsfördernden Komponenten der Arbeit, dass man die Gruppe der Menschen mit Behinderungen, besser kennenlernt.
Es stellte sich heraus, dass Humor einen wichtigen Aspekt bei NA (JA) GENAU innehat. Marcell Vala, auch Antonia Bögner u.a., pflegen diesen Humor auch abseits der journalistischen Arbeit, abseits der Moderationstätigkeit. Und so fließt dieser automatisch mit ein. Dennoch war und ist es wichtig, diesen Humor „ernst zu nehmen“. Vermutlich hat dies aber auch mit meiner Persönlichkeit und meinen bisherigen Medienarbeiten zu tun. So wurde zum Beispiel der damaligen wöchentlichen Radiosendung „Radio Insieme, die Sendung für Menschen mit Herz und anderen Störungen“ (1998-2010), von Hörer*innen bald die Rückmeldung gegeben, sie sei sehr humorvoll. 

Von Beginn an (2014) bekamen wir zu hören: „Eure Sendung NA (JA) GENAU gehört um 20:15 Uhr ins Hauptabendprogramm“. Gemeint ist der öffentlich - rechtliche Rundfunk u.a. NA (JA) GENAU bekam 2023 einen Fernsehpreis der Erwachsenenbildung, mit folgender Jurybegründung:

"Herausragend, ungeniert, herzlich und charmant. Ein Genuss.
Diese Sendereihe ist mediale Inklusion pur.
Sie ist humorvoll und trotz ihrer Einfachheit sehr professionell gestaltet.“

Einige Jahre betitelte ich die Sendereihe NA (JA) GENAU nicht mit dem Wort „inklusiv“, also nicht: NA (JA) GENAU, eine inklusive TV - Sendung. Ich habe dies erst dann gemacht, als ich an einer FH zu unterrichten begann. Dies dient/e dazu, die Arbeit an NA (JA) GENAU und ähnlichen (wissenschaftlich) zu beschreiben. Selbstverständlich dient dies auch dazu, Wissen und Erfahrungen weiter zu geben und potentiell interessierten Menschen Mut zu machen, sollten sie noch zögern. Aber im Grunde sollte man die Betitelung „inklusive TV-Sendung“ weglassen. Das muss vergessen werden.

Bei Vorträgen zeige ich gern ein Bild einer Brille. Und erzähle dann von meiner Leidenschaft Radio zu machen oder selbst Filme zu drehen usw. Würde mich jemand dann so spezifizieren und ein Buch dazu verfassen: „Brillenträger machen Filme. Wie kann man Brillenträger*innen bei ihrer Arbeit so begleiten, dass sie es eh gut machen “, ich wäre sehr angepisst. 
Da kann man ganz gut erkennen, wie – im Grunde beleidigend und irgendwie völlig an der Sache vorbei - so eine Kategorisierung der „Inklusion“ oder „inklusiven Medienarbeit“ sein kann. 

Wien, Februar 2026 – Ernst Tradinik